Wir aktualisieren momentan unser Webseiten Design um die Erfahrung auf unserer Website zu verbessern.

Gott und die Welt

Die Tücken mit den Vorsätzen

Als Kind konnte ich die Erwachsenen gar nicht verstehen. Sie sprachen davon, dass das Jahr „vorbeiflog“. Die Zeit „rannte“. Und ehe sie sich versahen, gehörten Ereignisse schon der Vergangenheit an.

Heute geht es mir so, wie den Erwachsenen damals. Das neue Jahr hat doch gerade erst angefangen und schon ist der Januar vorbei. Was hatte ich mir alles vorgenommen, um dieses Jahr gut zu beginnen und was habe ich davon umgesetzt?

Als Erwachsene schauen wir oft dahin, was wir alles in der uns zur Verfügung stehenden Zeit geschafft haben. Was erledigt wurde. Danach bewerten wir uns. Wer viel schafft ist gut. Derjenige bekommt Anerkennung. Der hat sein Leben im Griff.

Doch was ist „viel“ schaffen? Wer legt fest, was wichtig ist und was nicht so wichtig ist? Jeder Mensch legt sich seine persönliche Messlatte zunächst selber fest. Im Vergleich mit seinem Umfeld.

In der Bibel gibt es eine Geschichte: Jesus wird zu den Schwestern Maria und Martha eingeladen. Darum reißt Martha sich ein Bein aus, putzt die Wohnung und bereitet Essen vor. Maria hingegen tut nichts, setzt sich einfach zu Jesus, als er kommt und hört ihm zu. Am Ende ist Martha sauer, dass sie sich keine Zeit genommen hatte, um mit Jesus zu sprechen. Als sie das Anspricht, gibt Jesus ihr zur Antwort: „Maria hat das bessere gewählt.“

Niemand hatte von Martha erwartet, dass alles perfekt war. Es war ihr eigener Anspruch an sich selbst, der sie davon abhielt das zu tun, was ihr eigentlich wichtig war.

Lernen wir daraus: Nutzen wir den Beginn dieses neuen Jahres, um zu überlegen, wo uns unser eigener Anspruch und der Wunsch nach Anerkennung im Weg steht, so dass wir mehr damit beschäftigt sind unserer Vorsätze zu erfüllen, anstatt im hier und jetzt zu leben und den Augenblick zu genießen.

Ein segensreiches Jahr wünscht Ihnen,

Ihre Bernadette Kuckhoff

Dipl.-Theologin, Bakk. Phil.,

Pastoralreferentin in der Katholischen Pfarrei Seliger Johannes Prassek

b.kuckhoff@johannes-prassek.de