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Gott und die Welt Beitrag vom 22.7.2020

Von Dr. Edgar S. Hasse
Abendblatt-Redakteur und Prädikant in der Kirchengemeinde-Rahlstedt.

„Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“, heißen die berührenden Worte in Psalm 8. An diesen Vers muss ich manchmal denken, wenn ich mich mit Glaziologie beschäftigte. Das ist die Wissenschaft, die Eis, Schnee und Gletscher zum Gegenstand hat. Bei meinen Reisen in die Antarktis, 3000 Kilometer von Südpol entfernt, durfte ich Glaziologen kennenlernen, die den wissenschaftlichen Blick auf jene eisigen Kolosse schärfen, die im Südpolarmeer treiben – Eisberge, einer so groß, wie die Oberfläche des Bodensees.

Auch Hamburg ist vom gewaltigen Werk der Eiszeit geprägt, die alle Vorstellungen unserer menschlichen Dimension von Zeit überschreiten.  Bis zum heutigen Rahlstedt-Center ragten in der letzten großen Eiszeit vor rund 12.000 Jahren die Gletscher, und der heutige Höltigbaum ist mit seinen Drumlins (von Gletschern geformten Hügeln) ein Werk geologischer Kräfte.  Derweil thront am Elbstrand der 1,8 Milliarden alte und 217 Tonnen schwere „Alte Schwede“, ein Findling aus dem Strom. Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“ Menschen gibt es erst seit rund 300.000 Jahren.

Diese Zahlen wecken Demut in mir. „Unser Leben währet 70 Jahre, und wenn’s hoch kommt 80 Jahre“ (Ps. 90). Jede Einzelne vergeht, wir sind zu Gast auf Erden. Gott aber bleibt, der Zeit und Ewigkeit in seinen Händen hält.

Dr. Edgar S. Hasse 

edgar.hasse@abendblatt.de